Packrafting-Treffen in Europa

Rinka Falls - Slovenia

In diesem Beitrag könnt Ihr ein paar Eindrücke vom europäischen, nordischen, schwedischen und finnischen Packrafting-Treffen bekommen an denen ich teilgenommen habe.

Europäisches Packrafting-Treffen

European Packrafting Meetup 2018 Slovenia Soca

Am 29. April 2019 war es wieder Zeit zum jährlichen European Packrafting Meetup nach Slowenien zu fliegen und auch einen Blick auf andere Orte in Slowenien zu werfen. Ich war schon in den Vorjahren beim Packrafting Meetup in Slowenien dabei und habe mich dieses Jahr entschlossen eine kurze Sightseeingtour durch die Nachbarschaft aber auch nach Piran, Ljubljana und der Vintgar Schlucht zu machen.

Ich habe im Voraus einen Mietwagen reserviert, sodass ich ihn nur noch am Flughafen in Slowenien abholen musste. Ich habe rund 180 EUR für eine Woche bezahlt, inklusive Vollkaskoversicherung und einer zweiten Person, die das Auto fahren kann. Die Fahrt zum Camp Liza in Bovec dauerte etwa 2 Stunden. Dort checkten wir ein und schlugen unser Zelt auf dem bereits für uns reservierten Gelände auf und kauften auch noch Feuerholz für 5 EUR, damit wir Wasser kochen und Würstchen grillen konnten.

Unterkunft in Bovec

Wir hatten beim diesjährigen Treffen nicht so viel Glück mit dem Wetter und nach 3 regnerischen Tagen auf dem Campingplatz entschieden wir uns, ein Zimmer in Bovec zu nehmen, das direkt neben dem örtlichen Lebensmittelgeschäft lag. Die Zimmer waren sehr sauber und wir konnten unsere Camping- und Packrafting-Ausrüstung während der Nacht in der Wohnung trocknen, da wir versuchten, die Gewichtsgrenze bei unserem Flug nicht zu überschreiten. Der Preis der Wohnung, den wir auf einer Internet Plattform gefunden haben, war auch angemessen und wir haben rund 35 EUR pro Person bezahlt.

Kurs für Wildwasser-Rettungstechniker

Rescue 3 Europe - Whitewater Rescue Technician Recreational Course

Ich habe mich entschieden, an einem Whitewater Rescue Technician Course teilzunehmen, der vor dem European Packrafting Meetup stattfand. Für diesen Kurs habe ich neue Sicherheitsausrüstung gekauft. Eine Schwimmweste, ein Wurfseil, ein Messer und eine Pfeife. Ich würde sagen, dass der Kurs wirklich nützlich war und ich würde einen solchen Kurs jedem empfehlen, der im Wildwasser paddelt.

Das Meetup

Während des europäischen Packrafting-Treffens hatten wir viele Workshops, bei denen wir unsere Fähigkeiten im Wildwasserpaddeln, Eddy Turns, Seilwerfen oder Erste-Hilfe-Grundlagen verbessern konnten. Die Workshops wurden von Freiwilligen durchgeführt und ich denke dass sie sehr nützlich sind.

Wir hatten während des Treffens auch ein paar Präsentationen. Da war zum Beispiel Gabriel der über seine Reise nach Grönland sprach.

Neben den Präsentationen gab es noch ein paar andere Events wie eine Tombola, bei der viele von uns kleine Preise gewonnen haben. Die Verlosung war Teil der Grillparty, die am letzten Abend des Treffens stattfand. Außerdem gab es einen Videoabend, bei dem wir uns Videos zum Thema Flussschutz angeschaut haben.

Kobarid

Kobarid

Einer der Tage war sehr regnerisch und der Reißverschluss meines Trockenanzugs ging kaputt. Also beschloss ich, nach anderen Aktivitäten als das Packraften zu suchen. Ich nahm das Auto und fuhr nach Kobarid, um ein Museum über den Ersten Weltkrieg zu besuchen, da ich mich auch ein bisschen für Geschichte interessiere. Außerdem habe ich die Schützengräben besucht, die während des Ersten Weltkriegs gebaut wurden.

Das gesamte Soca-Tal war im Grunde ein Schlachtfeld. Auf der einen Seite die Italiener und auf der anderen Seite das mit den Deutschen verbündete Österreich-Ungarn. Die Italiener verloren die Schlacht am Ende, da die Deutschen das ganze Tal mit Gas bombardierten und dann mit ihrer Infanterie in das Gebiet vorrückten. Die Schlacht war nach nur 3 Tagen gewonnen.

Piran

Nach dem European Packrafting Meetup haben wir uns entschieden, an die Adria zu fahren. Nach stundenlanger Fahrt war es schön zu sehen wie sich plötzlich das Mittelmeer vor uns öffnete.

Nachdem wir das Auto in Piran geparkt hatten, gingen wir in die Innenstadt, um ein paar Fotos zu machen und in einem der vielen kleinen Restaurants zu Mittag zu essen. Nach dem Mittagessen spazierten wir entlang der Küste und in der Ferne konnten wir die schneebedeckten Julischen Alpen und Containerschiffe sehen, die nach Kopper, dem wahrscheinlich wichtigsten Hafen der Gegend, fuhren.

Piran hat mich ein bisschen an Venedig erinnert – der Turm mit der Uhr und der Löwe mit dem Buch sind Zeichen dafür, dass Piran von Venedig beeinflusst wurde. Das Buch des Löwen zeigt an, ob das Gebäude während des Krieges (geschlossenes Buch) oder in Friedenszeiten (offenes Buch) gebaut wurde.

Wir haben auch zwei Kirchen besucht, eine der Kirchen hat einen 46,45 Meter hohen Glockenturm mit 146 Stufen. Wir ließen den Tag mit einem Eis ausklingen, bevor wir ins Auto sprangen, um zurück nach Ljubljana zu fahren. Auf dem Rückweg konnten wir auch die Salzplantage im Meer sehen, was auch sehr beeindruckend war.

Ljubljana

Als wir mit unserem Auto Ljubljana erreichten, suchten wir unsere Unterkunft, in der wir unser Gepäck verstauten, bevor wir uns aufmachten die Stadt zu erkundigen.

Ljubljana ist eine schöne Stadt mit vielen alten Gebäuden, Geschäften, Restaurants und einem Fluss, der durch die Stadt fließt.

Die beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten waren die Brücke mit dem Drachen (es gibt eine Legende, dass ein Drache unter der Burg lebt) und die Burg, von der wir einen tollen Blick über die Stadt und auf die Julischen Alpen hatten.

Das Schloss wurde nach dem Zweiten Weltkrieg stark renoviert und ist heute ein Highlight für Touristen und Einheimische mit Café, Restaurant, Museum und Souvenirladen. Wenn Du zu faul bist, den Hügel hinauf zur Burg zu laufen, kannst Du auch die Seilbahn nehmen, die pro Strecke ca. 2,20 EUR kostet.

Nach unserem Besuch im Schloss besuchten wir in der Stadt ein arabischen Restaurant in dem wir Falafel assen. Das Essen war sehr lecker und nicht zu teuer (ca. 7,50 EUR).

Vintgar-Schlucht

Die Vintgar-Schlucht ist nur 35 Autominuten vom Flughafen entfernt und kann von zwei Seiten betreten werden. Der Eintrittspreis betrug 9 EUR und die Parkgebühr für das Auto betrug 5 EUR.

Die Vintgar-Schlucht wurde 1891 entdeckt und 1893 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Highlight ist der 16 m hohe Wasserfall Sum, der auch einer der höchsten Wasserfälle Sloweniens ist.

Finnisches Packrafting Treffen

Das erste finnische Packrafting-Treffen fand 2014 am Kymijoki statt und wurde von Jaakko organisiert.

Wir trafen uns am Freitagabend gegen 18:00 Uhr in der Kuovinkallio Schutzhütte, wo wir unsere Zelte aufgeschlugen und uns am Lagerfeuer versammelten, um Würstchen zu grillen, während andere eine Stunde lang paddelten.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit unseren Autos zu einem Parkplatz in der Nähe der Brücke von Alhonhaara Hirvivuolle, wo wir unser Treffen beenden wollten, und kehrten mit unserem „Shuttle-Taxi“ nach Kuovinkallio zurück wo wir unsere Packrafts aufgeblasen haben.

Die Stromschnellen von Ahvionkoski waren unsere größte Herausforderung auf dieser Reise. Wir haben zuerst die Stromschnellen erkundet, bevor wir mit unseren Packrafts hineingegangen sind allerdings kenterte ein Packrafter.

Unser zweites Camp hatten wir an der Moronvuori-Hütte in der Nähe vom Valkmusa-Nationalpark. Zur Hütte mussten wir von der Stelle, an der wir den Kymijoki-Fluss verlassen haben 1 km lang wandern. Nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten, machten sich einige von uns auf den Weg, um den Haukanvuori Rock zu erkunden. Unsere Hütte bot Brennholz und die Möglichkeit unsere Sachen zu trocknen. Dann saßen wir am Feuer und unterhielten uns bis spät in die Nacht. Wir hatten einen klaren Himmel mit Mond und Sternen.

Am nächsten Tag probierten einige von uns die Windpaddelsegel im Fluss aus obwohl es wenig Wind gab. Später erreichten wir die Brücke vor Alhonhaara Hirvivuolle wo wir am Vortag unsere Autos geparkt hatten.

Das zweite Packrafting-Treffen im Jahr 2015 wurde von Jaakko organisiert und fand im Helvetinjärvi Nationalpark statt. Das Wetter war am Freitag recht durchwachsen und wir hatten auf dem Weg zum Nationalpark auch heftigen Regen, aber der Samstag war ein perfekter Packrafting-Tag mit Wolken und Sonne.

Als wir am Freitag im Nationalpark ankamen, schlugen wir unser Zelt auf und genossen den schönen Abend am Lagerfeuer, um über die bevorstehende Reise, Ausrüstung und andere Dinge zu sprechen. Samstagmorgen wachten ich ziemlich spät gegen 10 Uhr auf und als ich aus dem Zelt kroch sah ich 2 andere Packrafter, die bereits mit ihren Packrafts und 2 Hechten von ihrem morgendlichen Angelausflug zurückkehrten.

In der Nähe gab es auch einen Quelle, aus dem wir unser Süßwasser holten, um unser Essen und Getränke zuzubereiten.

Der Samstag war ziemlich windig, sodass wir unsere Windpaddle-Segel auf einigen Teilen der Reise verwenden konnten. Die Mischung aus Sonne, Wolken und Wind machte das Paddeln sehr angenehm, zumal wir Trockenanzüge trugen. Wir haben viel „Lake Hopping“ gemacht, sind aber auch mit unserem Packraft durch die Wildnis gelaufen.

Am Ende unserer Paddeltour bereiteten wir unser Mittagessen über einem Feuer zu, bevor es Zeit war, zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren.

Das Finnische Packrafting Gathering 2017 fand vom 6.10. – 8.10.2017 im Karkali Strict Nature Reserve in Südfinnland und wurde wieder von Jaakko organisiert.

Von Karkalinniemi paddelten wir 20 km nach Korpudden. Zwischendurch machten wir eine Pause, um eine besondere 300 Jahre alte Eiche namens Paavolan Tammi zu sehen.

In Korpudden stellten wir unsere Zelte auf, machten ein Feuer und begrüßten vier weitere Teilnehmer, die uns für ein paar Stunden begleiteten.

Der letzte Tag war etwas regnerisch und windig und wir paddelten 20 km auf dem Mustionjoki (einer der „100 Perlen der Natur“). Die Strecke betrug an diesem Tag 20 km. Auf der gesamten Reise gab es kein Wildwasser.

Das Finnische Packrafting Meeting 2019 fand vom 4. bis 6. Oktober am Kymijoki-Fluss statt. Einige von uns trafen sich am Freitagabend in Kuovinmäki bei Ahvio, während ich erst am Samstagmorgen dort ankam. Die Hauptstromschnelle, die wir an diesen Tagen gepaddelt haben, war der Ahvionkoski. Auf Honkasaari machten wir Mittagspause.

Wir verbrachten die zweite Nacht in Muoronvuori wo es auch eine beheizte Hütte gab, in der einige von uns während der Nacht ihre Kleider trockneten. In der Nacht hatten wir Temperaturen um die -2°C.

Am nächsten Morgen teilten wir die Gruppe auf, da einige von uns die Autos an verschiedenen Orten geparkt hatten. Unsere Gruppe paddelte auf dem Kymijoki, bis wir einen Damm erreichten, wo wir unsere Autos geparkt hatten. Von dort fuhren wir dann nach Pernoonkoski bei Kotka, wo einige von uns ein bisschen Wildwasser-Packrafting machten.

Nordisches Packrafting Treffen

Das erste Nordic Packrafting Meetup wurde vom schwedischen Packrafting Verband organisiert. Ich habe zuvor immer am schwedischen Packrafting-Treffen teilgenommen, aber seit Packrafting in anderen nordischen Ländern populärer wurde, entstand die Idee, jedes Jahr ein gemeinsames Treffen entweder in Finnland, Schweden oder Norwegen zu veranstalten.

Die Anreise zum Nordischen Packrafting Meetup ging mit der Fähre von Turku nach Stockholm und dann noch 5 Stunden mit dem Auto an den Ort wo das Treffen stattfand.

Das „Deliverance Team“ hat viel Mühe und Zeit in den Aufbau des „Deliverance Saloons“ gesteckt. Es gab beheizte Tipis und wir bekamen warme Mahlzeiten und Getränke.

Der Ort, an dem das Treffen stattfand, war eine gute Wahl, da es einige Flüsse zur Auswahl gab. Wir teilten uns in Gruppen auf, sodass diejenigen, die weniger Erfahrung hatten, zusammen paddelten, während andere, die mehr Erfahrung hatten, eine anspruchsvollere Stromschnelle nahmen.

Was ich an diesen Treffen wirklich mag, sind die Workshops, da sie die Möglichkeit bieten neue Fähigkeiten zu erlernen oder zu verbessern. Ich dachte immer, dass ich mit einem Klasse 3 Fluss gut zurechtkommen kann, aber um ehrlich zu sein, muss ich noch viel mehr trainieren um einen besseren Eddy Turn zu machen, wie man im Wildwasser schwimmt oder sich selbst rettet. Mark, Seon und Jeremie boten bei diesem Treffen Sicherheits- und Paddelworkshops an.

Es gab auch Situationen, in denen Paddler „gerettet“ werden mussten. Ich war einer der Paddler. Ich ging eine Klasse 3 Stromschnelle hinunter und landete in einem Loch. Zum Glück kam ich wieder heraus. Ich blieb unter Wasser einfach ruhig, bis ich wieder an der Oberfläche auftauchte. Im Grunde wusste ich unter Wasser nicht, wo die Oberfläche des Flusses war. In einer anderen Situation kenterten zwei weitere Packrafter und einer der Packrafts blieb mitten in einer Stromschnelle stecken, während das andere Packraft auf der anderen Flussseite landete.

Schwedisches Packrafting-Treffen

Henrik vom Deliverance Team organisierte 2016 den ersten Swedish Packrafting Round-Up am Voxnan Fluss in Schweden. Nach 4 Stunden Fahrt von Stockholm kamen wir am Ausgangspunkt an. Wir waren 20 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern.

Am ersten Tag hieß Henrik alle zur Veranstaltung willkommen. Während einige von uns noch die Zelte aufbauten, machten ich und einige andere schon eine kurze Paddel-Session auf der Voxnan.

Am nächsten Morgen informierte uns Henrik über die Tour und die Treffpunkte und überprüften nochmals unsere Ausrüstung, bevor wir mit unseren Packrafts die Stromschnelle hinunterpaddelten. Der aufregendste Teil, den die meisten von uns genossen haben, war wahrscheinlich der Canyon, den wir erkunden mussten, bevor wir durch ihn paddelten. Am Damm machten wir eine Mittagspause.

Ben, der von einem Packraft-Hersteller geschickt wurde, hat uns auch gezeigt, wie man ein Packraft repariert. Am Nachmittag begrüßte uns das Deliverance Team mit einer Piratenflagge an der Stelle, an der wir die zweite Nacht verbrachten.

Einige von uns fuhren am nächsten Tag weiter zum Camp Vinströmmen – Die Weinschnelle. Hier hatten wir die Gelegenheit, neue Packraft-Modelle wie beispielsweise ein self-bailing Packraft zu testen.

Während des schwedischen Packrafting-Treffens im Jahr 2017 sind wir zwei Flüsse und einen dritten nach der offiziellen Veranstaltung gepaddelt. Wir hatten wie immer Glück mit dem Wetter, aber die Nächte waren noch recht kühl.

Höhepunkte dieses Treffens waren Jacobs Geburtstag (er bekam eine Geburtstagstorte) und das Surströmming-Testen. Surströmming ist ein fermentierter Hering, der einen der fauligsten Lebensmittelgerüche der Welt hat. Wir hatten einen kleinen Vorfall, bei dem Francis mit seinem Packraft kenterte und das Packraft ohne ihn den Fluss hinuntertrieb.